Die Navigationstechnik hat innerhalb weniger Jahre eine beträchtliche Verbreitung erfahren. Inzwischen läuft kaum ein Serienauto vom Band, ohne dass es wenigstens mit der Einbauoption eines Navigationsgeräts ausgestattet wäre; viele haben schon eins serienmäßig festeingebaut. Das erste Serienauto mit einem Navigationsgerät war 1994 ein BMW. Allerdings war die Navigationstechnik ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt worden; in den Neunzigern wurde sie dazu auch noch im großen Umfang beschränkt. Erst im Jahr 2000 schaltete das amerikanische Militär seine Störsender ab – und ebnete damit der popularisierten, erschwinglichen Navigationstechnik unserer Tage den Weg.
Inzwischen gibt es längst moderne, vielseitige Navigationsgeräte in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens – sei es klassischerweise im Verkehr (auch in Booten und Flugzeugen), beim Sport (GeoCoaching – eine technologisch aufgemotzte Version der Kindergeburtstags-Schnitzeljagd, aber jetzt spielen Erwachsene …) oder auf dem Blackberry oder PDA, handlichen kleinen Taschencomputern.
Auch die Preise für Navigationsgeräte und Software haben sich innerhalb kürzester Zeit deutlich angepasst. Mitte der Neunziger musste man noch mehrere tausend Mark berappen, um sich ein knatterndes, nicht unbedingt zuverlässiges Gerät einbauen zu lassen, meist ohne Sprachausgabe. Heute bekommt man eine vernünftige Straßenhilfe für 150 Euro.
Nicht alle sind’s zufrieden: Manche Tankstelle weiß von Umsatzeinbrüchen zu berichten, seit die standardisierten Umfahrungsstrecken der Navigationsgeräte nicht mehr an ihr vorüberführt. Dies „Zweitgeschäft“ der Gerätehersteller, nämlich das Einfügen (oder Auslassen) von relevanten Weginformationen wie Tankstellen, Restaurants und Hotels hat einen ganz neuen Werbemarkt entstehen lassen, der heiß umkämpft wird. Je nachdem, mit welchen Informationen die Software gefüttert worden ist, können die Umsätze der betroffenen Gewerbe deutlich schwanken …