Alte Auto – Marken
Marke LotusColin Chapman hatte sein erstes Auto, einen aus Austin-7-Teilen bestehenden Geländecroßwagen, 1947 gebaut. Allmählich sollte er zu Englands erfolgreichstem Rennwagenkonstrukteur werden, für den zeitweise die talentiertesten Piloten der Welt fuhren. Die Marke Lotus war für Kenner bereits ein Begriff, als Colin Chapman 1955 in Hornsey, London, die Lotus Cars Limited gründete. Neben dem Bau von ein- und zweisitzigen Rennfahrzeugen verschiedenen Kalibers wandte man sich schrittweise auch «zivileren» Wagen zu. So war der Mark 11 (Eleven) von 1956 außer mit Coventry-Climax-Motoren auch mit Ford-Anglia-Maschine zu haben. Es besaß eine vordere Pendelachse, jedoch anstatt der hinteren De-Dion-Achse des Rennsportmodells eine gewöhnliche Starrachse. Der Fachwerkrahmen wurde für dieses (mitunter) auch im Straßenverkehr verwendbare offene Liebhaberauto beibehalten.
Elite - Für den Genfer Salon 1957 wurde bei Ghia in Lugano (vormals Aigle) nach Michelotti-Entwürfen auf Lotus-Unterbau ein schnittiger Roadster mit Panoramascheibe geschaffen. Im Jahr darauf folgte eine Coupeversion mit ins Dach hinein verlängerten Türen. Zum Londoner Salon im Oktober 1957 hatte Lotus inzwischen jedoch ein eigenes Sportcoupe kreiert: den formvollendeten Elite. Mit ihm bot Chapman dem englischen Autofahrer eine ebenbürtige Alternative zu den Alfa Romeo und Porsche. Als wäre sein 1220-cm3-Coventry-Climax-Motor mit obenliegender Nockenwelle gar nicht vorn eingebaut, hatte der Lotus Elite eine zwischen den Kotflügeln stark nach vorn abfallende Motorhaube mit unterhalb der Stoßstange angeordnetem Kühllufteinlass. Dach und Heck zeigten harmonisch gewölbte Formen. Das Ungewöhnliche aber bestand darin, dass diese Karosserie aus Kunststoff und zudem selbsttragend ausgeführt war. Dies war durch die Verwendung eines Glaswolle-Kunststoffmaterials mit trag- und klebfähigem Epoxid statt des üblichen Polyesters möglich. Die unabhängigen Aufhängungen bestanden in einer neuartigen Kombination aus vorderen Dreieckquerlenkern und Federbeinen und hinteren Längslenkern mit Federbeinen sowie vorderem Kurvenstabilisator. Als einzige zusätzliche Metallteile hatte der Aufbau einen Versteifungsbogen vor den Türen und um die Windschutzscheibe.
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Auch das Cockpit mit hinter dem Lenkrad gruppierten Armaturen war sportlichsauber ausgelegt. Zur Ausrüstung zählten Girling-Scheibenbremsen, ein zweiteiliger Benzintank und natürlich eine Zahnstangenlenkung. Das 4-Gang-Getriebe entstammte dem MG Magnette. Die Höchstgeschwindigkeit für das bloß 580 kg wiegende Coupe wurde mit 190 km/h angegeben. Auf Wunsch war ein ZF-Sperrdifferential erhältlich.
Für 1960 kam eine Version Gran Turismo des Lotus Elite heraus, die mit zwei statt einem SU-Horizontalvergaser 104 statt 76SAE-PS bot. Zu diesem Zeitpunkt konnte auch die eigentliche Serienproduktion des Elite anlaufen, wozu in Cheshunt, Hertfordshire, eine neue Produktionsgesellschaft gegründet worden war. Für die Herstellung der Kunststoffkarosserien hatte man mit den Bristol-Werken ein Abkommen getroffen.
Model Seven - Neben strömungsgünstig-elegant verkleideten Rennsportwagen hoher Vollendung bot Colin Chapman auch den Lotus Mark 7, und die Bezeichnung Seven - früher in Verbindung mit Austin ein Begriff - sollte in ungeahnter Weise über Jahrzehnte für den Sportwagenfreund Bedeutung behalten. Der Lotus Seven war nämlich ein einfaches, preisgünstiges Roadstermodell, dass auch als Bausatz geliefert wurde. Es war türlos, hatte freistehende Vorderkotflügel und wurde von einem fast beliebig frisierbaren Ford-Anglia-Motor angetrieben. Trotz seines unkomplizierten Konzepts - Gitterrahmen, vordere Einzelradaufhängung mit Trapez-Dreieckquerlenkern und Federbeinen sowie Kurvenstabilisator, hintere Starrachse mit übereinanderliegenden Längslenkern, Schraubenfedern und Querstabilisator, 3-Gang-Getriebe - war auch dieser ab 1957 regulär angebotene und stets weiterentwickelte Sportwagen durchaus zu Rennsiegen befähigt. Es gab ihn als Seven Deluxe und C auch mit Coventry-Climax-und als A mit BMC-950-Motor.
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