Wer in einer Gruppe eine Tour mit dem Fahrrad unternehmen möchte die über eine Tagestour hinausgeht der sollte nicht nur das passende Fahrrad-Werkzeug in der Tasche haben sondern auch das eventuell nötige psychologische Rüstzeug sein eigen nennen.
- Selbst wenn es alte Hasen & sportive Fahrer nervt: Das ganze Unterfangen steht und fällt mit dem Spass eines jeden einzelnen.
Und das bedeutet das sich keiner in der Gruppe überfordert fühlen darf. Faktisch bedeutet das, das der schwächste Fahrer in der Gruppe das Tempo bestimmt.
- Es ist auch kein Ausweg wenn sportive Fahrer aus der Gruppe ausbrechen um sich mal eben "auszutoben" wenn sie dann einige Kilometer später genervt auf die "Nachzügler" warten. Denn wer ständig nur darauf bedacht sein muss das Tempo zu halten hat schnell das Gefühl der Gruppe zur Last zu fallen.
- Sehr wichtig bei der Ausführung einer Radreise ist es darauf zu achten das nicht nur der erfahrendste Fahrer die "Führungsrolle" übernimmt
sondern das auch die Neulinge bei einem Teil der Tour in die Rolle des "Leitwolfs" schlüpfen dürfen. Mit der steigenden Verantwortung die ein jeder innerhalb der Gruppe zu tragen hat steigt auch die Motivation eines jeden einzelnen.
Vor allem sollte der jeweilige "Leader" Pausen, Etappenziele etc. nicht ohne Rücksprache mit den anderen Teilnehmern festlegen, damit die ganze Tour nicht zur "Kasernenhofangelegenheit" wird.
- Aufkeimenden Machtkämpfen um Entscheidungshegemonie u.a muss zu Beginn entgegengetreten werden. In dieser Angelegenheit sind die wirklich souveränen Mitglieder der Gruppe gefordert den vermeintlichen Platzhirschen den Vortritt zu lassen.
Wer wirklich souverän ist lässt auch anderen mal den Vorrang und nimmt Fehler gelassen und ohne Kritik oder Nörgelei hin.
- Wenn sich ängstliche Naturen oder auf Versagensangst gründende Leistungsverweigerer in der Gruppe befinden kann ein Aktionsspielchen
womöglich hilfreich sein. Zum Beispiel eine räumlich überschaubare kleine Wettfahrt mit einem ausgelobten kleinen Gewinn oder ähnliches.
Wenn das fahrerische Niveau in der Gruppe zu unterschiedlich ist muss das nicht das Aus für solche Spiele bedeuten. In diesem Fall könnten sich die
Teilnehmer selbst in Leistungsklassen einstufen und die Spiele immer nur innerhalb eine Klasse ausgefahren werden.
- Alles bereits gesagte gilt doppelt wenn Kinder in der Gruppe sind.
Kinder fahren um Spass zu haben und nicht wie Erwachsene aus Gründen der Selbstbestätigung.
Deswegen sollten in diesem Fall Etappen spielerisch angegangen und eine häufigere Pausenfrequenz eingeplant werden.
- Last but not least sollte bereits bei der Planung darauf geachtet werden das nicht nur das Leistungsvermögen der Teilnehmer zu stark divergiert sondern auch das die verwendeten Fahrräder in gutem Zustand sind und auch vom technnischen Standard zueinander passen. Eine Gruppe die z. Bsp. aus Hollandrad und Triathlonrad besteht wird vermutlich keinen zufriedenstellen.
eingereicht von: A. Mindl email: info(et)fahrradschmiede-berlin.de