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Bauten und Baustile der Antike und ihre Auferstehung

Verwirrend vielfältig ist das architektonische Bild der Vergangenheit schon in unserer Heimat, ganz zu schweigen von den oft phantasievoll-fremdartigen Bauten anderer Länder und Erdteile. Kaum ein Gebäude gleicht dem anderen. Einen unerschöpflichen Formenreichtum entwickelten die Baumeister aller Zeiten. Und doch waren sie stets an bestimmte künstlerische Gestaltungsprinzipien gebunden. Ähnlich wie Kunstwerke spiegeln auch Bauwerke die gesellschaftliche Wirklichkeit ihrer Zeit wider. Eine Betrachtung der Werke der Architektur von Vergangenheit und Gegenwart kann sich daher nicht in ästhetischen Feststellungen erschöpfen. Seit der Wende zum 19. Jahrhundert beschäftigen sich Gelehrte und Forscher mit historischen Bauformen. Die Baugeschichte, ein Zweig der allgemeinen Kunstgeschichte, sah ihre Aufgabe darin, die Entstehungszeiten und Architekten historischer Bauwerke festzustellen, gemeinsame Merkmale zu finden und deren Herkunft und Weiterentwicklung zu erforschen. Tausende von Architekturdenkmalen in aller Welt wurden aufgemessen, gezeichnet, fotografiert und inventarisiert. Auf Grund dieser umfangreichen Materialsammlungen war es möglich, gewisse allgemeingültige Aussagen über die Architektur der Vergangenheit zu machen. Schon die bürgerliche Kunstwissenschaft erkannte und definierte bestimmte Baustile oder zeitlich und geographisch begrenzte architektonische Richtungen und Strömungen, wie etwa die Romanik, die Gotik, die Renaissance oder das Barock in der europäischen Baukunst. Diese Bezeichnungen sind bis heute üblich, sie sind jedoch nicht auf die Architektur anderer Erdteile, wie Ostasien, Amerika oder Afrika, anwendbar. Die Kunstwissenschaft versuchte auch in die Zusammenhänge von Gesellschaft und Architektur einzudringen. Doch erst seitdem die Baugeschichte auf der wissenschaftlichen Grundlage des historischen Materialismus erforscht wird, lassen sich die gesellschaftlichen Grundlagen der einzelnen Baustile genauer erklären. Ihr Werden und Vergehen ist nur zu verstehen, wenn neben ihren formalen Erscheinungen auch die jeweiligen Entwicklungsstufen der Gesellschaft, der Stand der Produktivkräfte und die Form der Produktionsverhältnisse betrachtet werden. Die frühesten Zeugen menschlichen Bauens sind kaum erhalten. Vergängliche Materialien, wie Holz, Bambus, Schilf, Stroh oder Lehm, wurden zum Bau primitiver Hütten verwendet. In mühsamer wissenschaftlicher Arbeit gelang es den Archäologen, derartige Behausungen aus der Zeit der Urgesellschaft auszugraben und zu rekonstruieren. Vergleichsmaterial lieferten die Völkerkundler, indem sie die Bauten und Bauweisen der Naturvölker studierten. Die großen Bauten der Geschichte sollen nun in einem Projekt von neuem Auferstehen (3D Architektur - Visualisierung der Geschichte). Bei diesem Projekt sollen Bauten aus allen Epochen, mit Hilfe von 3D Modellierungssoftware, rekonstruiert und am Computer analysiert werden. Die neuen Möglichkeiten der 3D Visualisierung, Architekturvisualisierung und 3D Animation eröffnen den Wissenschaftlern völlig neue Wege, die damalige Baukunst nachzuvollziehen und zu verstehen.

Lars Wienke
autor (@) epromod.de

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