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Der Begriff Feng
Shui ist mittlerweile in aller Munde. Artikel darüber findet
man in allen Arten von Zeitschriften und online-Magazinen. Auch
der Begriff des klassischen
Feng Shui etabliert sich immer mehr als Qualitätsmerkmal
für authentische Beratungen. Aber recht selten gibt es Informationen
darüber, wo diese Wissenschaft Ihren Ursprung hat und wie sie
sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelte.
Entstanden ist die Wissenschaft des Feng Shui in China. Als
zusammenhängende Wissenschaft wurde es erstmals ca. 500 v.Chr.
in der Zeit des Konfuzius erwähnt. Damals beschäftigte
sich Feng Shui noch hauptsächlich mit der Auswahl günstiger
Begräbnisstätten. Man ging davon aus, dass die Verstorbenen
aktiv die Geschicke der Lebenden beeinflussen konnten. Je besser
also die Grabstätte der Verstorbenen platziert war, desto besser
ging es den lebenden Nachkommen. Tatsächlich besitzen die Grabstätten
der Vorfahren berühmter und mächtiger Herrscher in China
alle außerordentlich gutes Feng Shui. Diese Anwendung des
Feng Shui nennt man Yin Feng Shui.
Das heute überwiegend praktizierte Yang Feng
Shui, das Feng Shui der Lebenden, gewann erst in den letzten
Jahrhunderten die große Bedeutung, die es jetzt in der asiatischen
Welt hat. Im Europäischen Raum wird die Yin Variante
selten praktiziert, da es sich hier ohnehin keiner aussuchen kann,
auf welchem Grundstück er beerdigt werden möchte. Auch
in Asien kann es sich kaum noch Einer leisten, extra ein
Grundstück zu kaufen, um sich dort beerdigen zu lassen.
Beschäftigen wir uns also mit dem Yang Feng-Shui, dem Feng
Shui der Lebenden. Zuerst einmal muss der Begriff Qi (oder Chi)
geklärt werden. Der Begriff Qi besitzt leider kein wirkliches
sprachliches Gegenstück, weder in unserer noch in einer anderen
europäischen Sprache. Das Qi ist ein Überbegriff für
jegliche Form von Energie, unsere Lebensenergie, unsere Seele. Sozusagen
"das was uns am Leben erhält". Die Bezeichnung −living
spirit− trifft meiner Meinung nach sehr gut zu.
Im Feng Shui gibt es zwei große Kategorien, sog. Schulen.
Zum einen die Landschafts- und Formschule und zum anderen die Kompassschule.
Beide bedienen sich unterschiedlicher Techniken, ergeben aber erst
Sinn, wenn sie in Kombination miteinander angewandt werden. Genau
das ist die Aufgabe eines Beraters.
Die Landschaftsschule untersucht den Einfluss unserer Umgebung.
Sie betrachtet Landschaftsformen, Flüsse, Berge, Gebäudeformationen,
Farben, Geräusche und Gerüche. Eben alles was man mit
Auge, Ohr oder Nase wahrnehmen kann. Im Lauf der Jahrhunderte hat
sich ein gewaltiges Wissen angesammelt über die Wirkung unserer
Umgebung auf uns.
Die Kompassschule beschäftigt sich mit den Dingen, die man
bewusst nicht wahrnehmen kann. Vieles davon beruht auf der Wahrnehmung
des Erdmagnetfeldes.Unsere Erde besteht aus zwei Gegenstücken,
dem Himmel und der Erde. Beide senden Qi aus. Das Qi der
Erde steigt nach oben, das Qi des Himmel fällt nach unten.
Beide Arten des Qi reagieren miteinander. Durch den Menschen kommt
dann noch eine dritte Art des Qi hinzu, das menschliche Qi.
Auch dieses reagiert mit den anderen beiden Qi-Arten. Baut man ein
Haus, so sperrt man die gerade bestehende Kombination aus Erd-Qi
und Himmels-Qi quasi ein. Diese Kombination wird sich dann
auf die dort wohnenden Menschen auswirken und mit dem eingebrachten
Menschen-Qi reagieren.
Die Aufgabe eines Beraters ist nun, die Qi-Konstellation
des Hauses zu berechnen und unter Berücksichtigung des Menschen-Qi,
der Zeit in der wir leben und den Ergebnissen der Landschaftsbetrachtung
zu bestimmen, wie dieses Haus auf seine Bewohner wirkt (oder wirken
wird, bei einem geplanten Objekt). Anhand dieser Ergebnisse kann
die Ursache für bestehende Probleme ermittelt und ausgeschaltet
werden. Im Idealfall verhindert man gleich deren Entstehung, in
dem man Feng Shui bereits vor Kauf, Bau oder Anmietung eines Objektes
berücksichtigt
Feng Shui Heute
Feng
Shui ist erst in den letzten 35 Jahren so richtig in den westlichen
Raum vorgedrungen. Größere Bedeutung erlangte es in den
70er Jahren durch Thomas Lin Yun, dem Gründer der Schwarzhut-Sekte.
Allerdings hat dieser nicht etwa das klassische Feng Shui
verbreitet, sondern er hat sich sozusagen sein eigenes Feng Shui
"zusammengebastelt". Diese Version ist heute unter dem Namen "3-Türen-Bagua"
bekannt.
Diese Lehre wurde, da sie sehr einfach war, in Dutzenden Büchern
verbreitet. Im Lauf der Zeit haben sich daraus unzählige Abarten
herausgebildet, von intuitivem und spirituellem Feng Shui bis hin
zu westlich angepasstem Feng Shui gibt es nahezu alles.
Da Feng Shui Berater kein geschützter Beruf ist, gibt es keine
Garantie für die Qualität einer Beratung. Scharlatane
und Geschäftemacher haben hier fast freie Bahn. Lediglich die
Bezeichnung "klassisches Feng Shui" gibt eine gewisse Sicherheit,
dass es sich um ein authentisches Angebot handelt.
Gerhard Zirkel
Berater
für klassisches Feng Shui
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