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Arme Akademiker

Wer ein Hochschulstudium absolviert, malt sich in der Regel als angehender Akademiker bessere Gehaltschancen aus. In Zukunft wird die Entscheidung für eine Akademikerkarriere wohl mehr denn je von den finanziellen Aussichten abhängen, die die gewählte Qualifikation nach dem Studium bietet. Schließlich wird die universitäre Ausbildung durch die kürzlich eingeführten Studiengebühren – die vermutlich in den nächsten Jahren noch ansteigen werden - zu einer kostspieligen Investition. Wer Schulden aufnimmt, um sich ein Studium zu ermöglichen, wird das in den meisten Fällen nur mit der entsprechenden Aussicht auf entsprechende spätere Verdienstmöglichkeiten tun. Die tatsächlichen Einstiegsgehälter von Akademikern klaffen allerdings je nach Branche weit auseinander. Nicht jeder kann gleich mit einem Jahresgehalt von 40.000 Euro rechnen. Während Ingenieure und Mathematiker sich auf relativ rosige Zeiten freuen können, müssen sich besonders Absolventen der Geisteswissenschaften oft mit Niedriglöhnen zufrieden geben, weil die Nachfrage nach ihren Diensten – und oftmals auch ihr eigenes Selbstwertgefühl – eher gering ist. ‚Generation Praktikum’ heißt das Stichwort, mit dem die wachsende Zahl von Akademikern, die sich trotz hoher Qualifikation mit Hilfsjobs herumschlagen, beschrieben wird. Das betrifft bei weitem nicht nur Germanisten und Co. Wer Jura studiert, aber nicht zu den Top-Absolventen gehört, muss mit ähnlichen Einbußen rechnen. Architekten haben es auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls sehr schwer und müssen ihren Lebensstandard entsprechend einschränken. Besonders betroffen sind übrigens Frauen: eine Studie in Großbritannien ergab, dass sie in den ersten drei Berufsjahren im Durchschnitt über 1400 Euro weniger verdienen als ihre männlichen Akademikerkollegen. Die Zahl an ‚armen Akademikern’ ist also groß. Vielen reicht das Gehalt, das sie für manchmal 50 bis 60 Stunden Arbeit in der Woche bekommen, nur knapp zum überleben. Das tut bei aller Bescheidenheit auch dem größten Idealisten weh. Auch wenn man für einen tollen Job gern Abstriche in der Gehaltsvorstellung in Kauf nimmt: ein Leben am Existenzminimum wünscht sich kein Akademiker.

11.12.2007 12:11:15 von PNM
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