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Artikel » Bildung Der Weg zur eigenen Gedicht-Interpretation | | Die Unterrichtsreihe Gedicht-Interpretationen läuft im Fach Deutsch meist so ab, dass der Lehrer den ehrfürchtigen Schülern ein Gedicht vorsetzt, welches sie zu interpretieren haben. Dazu gibt es noch einen Verweis auf den Leitfaden „Wie ist eine Interpretation aufgebaut“ aus dem Deutschbuch und dazu vielleicht noch ein paar Hinweise, die sich aus einer Klassendiskussion über das Gedicht ergeben haben. Zu Hause, ohne Lehrer und ohne Mitschüler, versagen dann viele Schüler. Ihnen erscheint das Gedicht wie ein chiffrierter Buchstabencode, die suche nach widerspruchsfreien Thesen ist mühselig und frustrierend. Diese zeitintensive und häufig erfolglose Suche nach der einzigen Musterlösung, die den Lehrer zufriedenstellt, treibt viele Schüler in die Hand von Hausaufgabenseiten. Eine Hausaufgabenseite kann zumindest schon mal sicherstellen, dass die eigene Interpretation nicht allzu sehr auf Abwege gelangt. Zudem sind die Informationen im Internet häufig kostenlos und schnell verfügbar. Bei den Lehrern stößt dieses Verhalten wiederum auf Misstrauen. Mittlerweile gehört das Aufspüren und Aufdecken von Plagiaten zum Arbeitsalltag vieler Lehrer. 1:1-Kopien und Kopien längerer Passagen ohne Quellengabe aus dem Internet sind nicht nur bei Lehrern verpönt. Auch manch ehrlicher Schüler, der es gewagt hat eine Analyse über ein Gedicht anzufertigen, dass er nicht richtig verstanden hat, hat sich im Nachhinein ganz schön geärgert. Die fixe Copy-and-Paste-Interpretation des Schülers vom Nachbartisch wurde vom Lehrer nicht entdeckt und hat eine wesentlich bessere Bewertung bekommen als die Arbeit des Schülers, der sich wenigstens mit dem Gedicht beschäftigt hat. Dies erzeugt ein Gefühl von Ungleichberechtigung vor dem Lehrer und dass der Spruch „Der Ehrliche ist der Dumme“ häufig eben doch zutrifft. Spezieller auf die Bedürfnisse der Schüler eingehend, als die konventionellen Hausaufgabenseiten, ist http://lyrik.antikoerperchen.de. Das Konzept gibt einen ganzheitlichen Ansatz für die Interpretation. So ist z.B. bei Mondnacht von Joseph von Eichendorff zu sehen, dass nicht nur ausgearbeitete Beispiel-Interpretationen angeboten werden, sondern auch Hintergrundinformationen zur Epoche und zum Dichter, historische Ereignisse während der Entstehungszeit des Gedichts, redaktionelle Hinweise auf Stilmittel mit Erklärungstext, passende zeitgenössische Bilder zu den Werken und weiterführende Links. Dabei stammen die Interpretationen von anderen Schülern und sind, anders als dies bei vielen Hausaufgabenseiten der Fall ist, redaktionell eingehender geprüft worden. Die Lyrik-Datenbank gibt dem Schüler damit nicht nur mögliche Interpretationsansätze an die Hand, sondern zeigt auch Lösungswege auf. Aus den Hinweisen, Bemerkungen und zusätzlichen Informationen zu den Gedichten kann der Schüler leicht Bausteine für seine eigene Interpretation entwerfen und geht dabei keine Gefahr ein, sich allzu sehr von der Antwort auf die Frage „Was will der Autor uns damit sagen?“ zu entfernen. Dieser Ansatz verfolgt daher stärker, als bei Hausaufgabenseiten üblich, auch das Bestreben einen Lerneffekt für den Schüler zu erzielen. So kann ein Schüler eine selbst gemachte Interpretation erstellen, ohne Angst haben zu müssen, dass der Lehrer dies als Plagiat ansieht und er hat dieselben Chancen auf eine gute Note wie der Schüler, der sich einfach nur die Musterlösung aus dem Netz kopiert hat. Nicht zuletzt freuen sich auch Lehrer über echte Hausaufgaben, denn das Kontrollieren der Hausaufgaben von unbekannten Schülern macht den wenigstens Lehrkräften Spaß.
| | | 09.03.2008 10:47:22 von |
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