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Der Bildungsroman
ist eine Romanart, die im Deutschland der Aufklärungszeit entstanden
ist. Er setzt sich mit dem Verhältnis seiner Hauptfigur zu mehreren
Weltbereichen auseinander. Hierbei geht es hauptsächlich um die
Beeinflussung und Entwicklung eines jungen naiven Menschen, durch
seine Umwelt.
Zeitlich spielt sich ein Bildungs-Roman, ähnlich einer Biographie,
über mehrere Jahre oder Jahrzehnte ab. Anders als beim Entwicklungsroman
spielt hierbei der Bildungsbegriff eine wichtige Rolle. Der Begriff
Bildung bedeutet, aus der Antike abgeleitet, den Drang zu einer
individuellen Entwicklung einer Person zu einem höheren Ziel.

In Bildungsromanen soll Bildung auch dem
Leser des Romanes vermittelt werden, was durch die Überlegenheit
des Autoren hinsichtlich seines Bildungsvorsprunges erreicht werden
soll. Der Held ist oft voller Ideale, naiv und jung und steht daher
im konträren Verhältnis zu seiner Umwelt, was in Unverständnis und
Ablehnung beider Seiten resultiert. Die Begegnung mit der harten
Realität beeinflusst im Laufe des Bildungsromans die Entwicklung
der Hauptfigur. Am Ende der Entwicklung entsteht eine Harmonie zwischen
dem Helden und seiner Umwelt, er wird zu einem Teil der Welt, die
er zunächst verachtet hat.
Ein weiteres Merkmal ist, dass an wichtigen Stellen ein Rückblick
erfolgt, um die Entwicklung zu verdeutlichen.
Ralf Gantauer
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