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In der buddhistischen
Tradition wird der Lotus
als ein Symbol der Reinheit betrachtet und repräsentiert somit den
Geist, der allen Lebewesen innewohnt, und der, in der Überzeugung
der Buddhisten, in seiner wahren Natur frei ist von niederen Gefühlen
wie Wut, Neid oder Eifersucht. Wenn man diesen Geist in der Meditation
erlebt, wie es der Buddha vor 2550 Jahren unter dem Bodhibaum
erfuhr, wird er als ein starker Eindruck von Unbegrenztheit, Liebe
und Freude wahrgenommen. Der Buddha hat nach dieser Erfahrung, die
er nach langen Übungen in der Meditation gemacht hat, sein Leben
lang gelehrt. Er gab Methoden, mit denen man die Zustände von Freude,
Liebe und Furchtlosigkeit in sich entdecken kann. Seine Lehrtätigkeit
begann er mit 35 Jahren und beendete sie mit seinem 85. Geburtstag,
an dem er in einer Vollmondnacht im Mai starb. Somit hatte er verglichen
mit den anderen Religionsstiftern sehr viel Zeit, um seine Lehre
darzulegen und obendrein sehr gute Bedingungen, weil Indien zu seiner
Zeit eine Hochkultur war, die mit der Antike Griechenlands vergleichbar
ist und er somit viele Schüler hatte, die jede Ebene der Belehrungen
gut verstehen konnten. Das war praktisch, denn Buddha gab auch Erklärungen,
die man erst heute mit Hilfe der modernen Physik
beweisen kann. Auch heutzutage ist es möglich, seine Lehre im modernen
Leben umzusetzen, da sie an keine Kultur gebunden ist und ein Ziel
anstrebt, das jeder zu jeder Zeit und an jedem Ort gerne erreichen
möchte: innere Freude und die Fähigkeit, diese auch zu schenken.
Nach dem Dalai Lama ist der dänische Lama Ole Nydahl in der westlichen
Gesellschaft der populärste moderne Lehrer des Buddhismus. Er zeigt
durch seine frische Art, dass die Methoden des Buddhismus für die
Kunst, ein
erfülltes Leben zu führen, noch nichts von ihrer Kraft eingebüßt
haben.
Frank Speth
sam.frank (at) web.de
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