|
In einer Heilpraktiker
Psychotherapie Vorbereitung erhalten die Teilnehmer viele Informationen
über psychische und neurologische Störungen. Sie erfahren, woran
sie die einzelnen Störungen erkennen und unterscheiden können. So
lernen sie zum Beispiel auch die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen
kennen.
Eine Persönlichkeitsstörung ist dabei eine psychische Störung, welche
die gesamte Person betrifft. Eine Person zeigt dabei sehr eingeschränkte
unflexible Verhaltensweisen und fühlt, denkt und reagiert in den
verschiedensten sozialen Situationen unflexibel und unangemessen.
Jemand mit einer selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung ist zum
Beispiel immer sehr unsicher, ob er männlich genug ist, hat starke
Selbstzweifel und braucht ganz deutliche Signale von anderen, ob
er gemocht wird und attraktiv genug ist. Selbst dann traut er sich
zum Beispiel nicht, Frauen anzusprechen und Verabredungen zu vereinbaren.
Persönlichkeitsstörungen entstehen in der Kindheit und Jugendzeit,
wenn eine Person versucht, in ihrem familiären Umfeld zu Recht zu
kommen. Wenn zum Beispiel eine Person immer von den Eltern abgewertet
wurde, könnte sie die Überzeugung entwickeln, für andere nicht wichtig
zu sein. Daraufhin könnte sie Strategien entwickeln, doch eine gewisse
Wichtigkeit zu erlangen, indem sie besonders auf sich aufmerksam
macht. Später aber könnten Freunde damit unzufrieden sein, dass
die Person sich immer in den Mittelpunkt stellt und um Aufmerksamkeit
kämpft. Dann beginnt auf einmal die Strategie Kosten zu erzeugen,
weil das Umfeld, der Partner oder die Freunde mit den (rigiden)
Verhaltensweisen unzufrieden sind.
Es gibt je nach Persönlichkeitsstörungen andere Strategien, bei
dependenter PS versucht jemand, die Entscheidung immer dem Partner
zu überlassen und sich anzupassen, bei narzisstischer PS versucht
die Person Anerkennung durch Leistung zu erlangen, bei zwanghafter
PS versucht die Person immer ganz akkurat zu sein, um ja keine Fehler
zu machen.
Eine Persönlichkeitsstörung umfasst dabei ein gewisses Ausmaß an
eingeschränkten Verhaltensmustern. Wenn diese Verhaltensmuster geringer
vorhanden sind, dann spricht man von Persönlichkeitsstilen (jeder
Mensch hat ja bestimmte Verhaltensstile), die zum Beispiel auch
ein NLP
Coach in seiner Praxis antreffen könnte.
Wichtig für den Heilpraktiker
für Psychotherapie ist es, zu verstehen, dass diese Strategien
"überlebenswichtig" für die Person gewesen sind und daher gewürdigt
werden sollten. Wenn der Klient den Eindruck hat, auch in seinen
Stärken vom Heilpraktiker
für Psychotherapie gesehen zu werden, dann ist er auch bereit,
die alten Überzeugungen anzuschauen, infrage zu stellen und durch
angemessenere zu ersetzen.
In seiner Psychotherapie
Praxis kann der Therapeut dann dem Klienten helfen, die alten
Verhaltens- und Denkmuster zu erkennen und durch flexiblere zu ergänzen.
Autor: Dipl.-Psych. Norman Ehlert (Psychologischer Psychotherapeut)
info (at) norman-ehlert.de
|