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Kerzen in der Liturgie

Jeder, der jemals der heiligen Messe beigewohnt hat weiß, das es Kerzen für immer zu Kirche gehören müssen. Die Vorstellung keine Kerzen mehr auf dem Altar vorzufinden würde einer Horrorszenerie gleichen.

Für die Liturgie hat die Kerze eine besondere Bedeutung. Im Ablauf eines Kirchenjahres begegnen uns Kerzen immer wieder kirchliche Feiertage werden durch sie gebührend gewürdigt und auch wir selbst, wen es für unser Leben von besonderer Bedeutung ist, verlegen unsere Feierlichkeiten in die Kirche. Zu jeder diese Feierlichkeiten werden dazugehörige Kerzen als selbstverständlich verwendet und niemand möchte sie dort missen.

Die Farben der Kerzen und ihre Formen auch die Größe werden den Feierlichkeiten angepasst. Durch Jahrtausende alte Tradition haben sich Kerzen nicht nur in der Osternacht, sondern das ganze Jahr hindurch in den Gotteshäusern auch als Beleuchtungsmittel etabliert. Um das Jahr 1000 waren Kerzenkronleuchter in den Kirchen allgemein üblich. Doch erfreute sich die Kerze ihrer großen Beliebtheit im kirchlichen Raum nicht so sehr aufgrund ihrer Bedeutung als Lichtquelle, sondern vor allem aufgrund ihrer Symbolik und Zeichenhaftigkeit.

In Biblischen Erzählungen, welche die heutige Liturgie feiert spielten äußere Zeichen eine bedeutsame Rolle. Um diese Zeichen im Ablauf einer Messe wiederzugeben wurden Kerzen unerlässlich. Das Unterbewusste eines jeden Menschen reagiert auf all das, was sich vor seinen Augen abspielt und reagiert mit Gefühlen. Für die Feier der Liturgie ist dies sehr bedeutsam. Für sie wurde also das Kerzenlicht nicht nur Beleuchtung im Dunkeln, sondern auch ein Hinweis auf Christus: Die Kerze verzehrt sich selbst im Verbrennen, ähnlich der Kerze verzehrte sich Christus in seiner Liebe für die Menschen.

Christus selbst nannte sich "Licht der Welt."

Weil das Licht unter allen materiellen Dingen als das am wenigsten materielle erscheint, gilt es als passendes Symbol Gottes, des absoluten Geistes, den die Schrift als Licht bezeichnet, von dem sie sagt, dass er die Quelle allen Lichtes in Licht gekleidet sei und in unzugänglichem Lichte wohne. Die Kerzen scheinen diese Aufgebe ernst zu nehmen, denn kaum ein Haushalt mehr ohne Kerzen auskommen kann. Eine Kerze ist tatsächlich in die Welt gegangen und bringt ihr Licht überall dort wo menschliche Gemüter Einkehr und Besinnlichkeit suchen. Nicht nur die Kirchen erleuchten heutzutage als Kerzentempeln. Überall dort wo gefeiert wird, wo auf die Gemütlichkeit wert gelegt wird sind Kerzen in allen Farben und Formen heute gefragt.

Andreas Stöckl
stoeckl (@) cyberhouse.at

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