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Kommunikation -
Aktives Zuhören ist ein Begriff aus dem Coaching-Bereich und
beschreibt im weitesten Sinne eine Technik die fast synonym in der
Gesprächspsychotherapie (nach C.Rogers) verwendet wird. Das aktive
Zuhören bezeichnet diese Praktik daher so treffend, da sie
zwei Komponenten miteinander verknüpft. Auf der einen Seite bewirkt
es ein Verstehen des Klienten seitens des Coachs durch ein "verstehen
wollen". Das heißt der Coach
muss sich in den Klienten solcherart einfügen, dass er in der Lage
ist, dessen Äußerungen sowohl dem komprimierten Inhalt nach wiederzugeben,
als auch den im Klienten vorhandenen Gefühlen nachspüren und sie
auszudrücken fähig ist. Kurz: der Coach muss den Klienten in seinen
Aussagen und Gefühlen spiegeln (pacen). Auf der anderen Seite bewirkt
es beim Klienten durch ein effektives verbales und emotionales Pacing
eine stufenweise Selbsteinsicht bzw. Bewusstwerdung.
Das aktive Zuhören besteht aus zwei gleichwertigen Komponenten,
der Paraphrase, und der Verbalisation. Paraphrase bedeutet
das wörtliche oder sinngemäße Wieder- bzw. Zurückgeben des uns von
unserem Klienten entgegengebrachten Satzes. Die Paraphrase lebt
von der Reduktion, durch die sie den Inhalt verdeutlicht. Verbalisation
sind die sprachlich zum Ausdruck gebrachten wahrgenommenen oder
vermuteten Gefühle des Klienten durch den Coach, wobei der Coach
dem Klienten immer zwei ambivalente Gefühle anbietet um den Klienten
nicht einseitig zu führen. Hierdurch wird der Klient dazu gebracht,
sich selbst und seine ihm bislang zum Teil nicht bewussten Gefühle
zu explorieren und bewusst zu machen. Ich möchten das nachfolgend
an einem Beispiel versuchen zu verdeutlichen.
Klient:" Mir ist es immer wieder passiert, dass Gefühle im Spiel
waren, und damit schlecht umgegangen wurde. Aus diesem Grund bleibe
ich besser allein."
Coach:" Sie haben das Gefühl immer verletzt zu werden(Paraphrase),
und fühlen einerseits Angst davor und andererseits macht es Sie
vielleicht auch wütend(Verbalisation)?
Je nach Bewusstseinsstufe des Klienten neigt er mehr oder weniger
dazu, Gefühle von sich abgespaltet und zum Teil auch der Vergangenheit
zugehörig zu betrachten. Durch die Paraphrase wird Ihm die Essenz
seiner Aussage noch einmal zur eigenen Überprüfung vor Augen geführt.
Er hat entweder das Gefühl richtig verstanden zu werden, oder die
Möglichkeit sich erneut zu erklären. Durch die Verbalisation
wird den Gefühlen, die der Coach in der Aussage des Klienten empfunden
hat, Ausdruck verliehen und dem Klienten angeboten. Da er sich seinen
Gefühlen oft nicht bewusst ist, löst dieses Angebot eine innere
Suche des Klienten aus, die ihn zu der Erkenntnis und Bestätigung
zumindest eines der beiden Gefühle führt. Oder er entdeckt, dass
beide Gefühle nicht auf ihn zutreffen und er nennt seinerseits ein
Alternativ-Gefühl, welches der Coach seinerseits zu paraphrasieren
und verbalisieren hat.
Der Coach bietet dem Klienten immer zwei unterschiedliche Gefühle
an, um einerseits zu vermeiden, dass der Klient ohne tiefere Erforschung
in das eine ihm angebotene Gefühl einwilligt, obgleich es nicht
seine tatsächlichen Emotionen spiegelt und andererseits Klienten,
die einen Anteil Trotz als Teil ihrer Persönlichkeit integriert
haben, sich nicht dazu genötigt fühlen, ein einziges Ihnen angebotenes
Gefühl aus eben diesem Grund abzulehnen, obgleich es vielleicht
den Tatsachen entspricht. Durch die weiterführende Technik wird
ein Selbsterforschungsprozess bei dem Klienten ausgelöst der einerseits
zu Selbsterkenntnis und anderseits zu mehr Selbstsicherheit durch
das Gefühl des vorbehaltlosen Angenommen werden führt.
Dirk De Souza (Psychologe der PMI GmbH)
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