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Konsolidierungswelle erfaßt den deutschen DSL-Markt

2008 könnte für den DSL-Markt in Deutschland einige gravierende Änderungen mit sich bringen. Einige der großen Anbieter könnten von der Bühne verschwinden. Der Preiskampf hat die Tarife für schnelle DSL-Zugänge auf ein Niveau gedrückt, bei dem die Gewinnmargen der DSL-Provider zunehmend zusammenschrumpfen.

Übernahmefieber

Mittlerweile ist es günstiger andere Wettbewerber zu übernehmen, als mit großen Werbekampagnen um neue Kunden zu buhlen. Bei durchschnittlichen monatlichen Einnahmen von rund 30 Euro pro DSL-Paket, aber mehreren hundert Euro für die Anwerbung eines Neukunden bleibt bei 24-Monatsverträgen kaum Gewinn übrig. Versatel aus Berlin denkt so etwa über den Kauf des DSL-Geschäfts von freenet nach und so etwa um 1,2 Millionen Kunden wachsen. United Internet hat ebenfalls Interesse an freenet und besitzt bereits sowohl Anteile an freenet und Versatel. Vodafone möchte Arcor, an dem der Mobilfunkkonzern bereits jetzt eine Drei-Viertel-Mehrheit besitzt, komplett übernehmen. Der Markenname Arcor könnte in den kommenden Monaten dann ganz vom Markt verschwinden. Es gibt Spekulationen über eine mögliche Übernahme des Kölner Providers QSC, der durch den Versatel-Großaktionär APAX übernommen werden könnte.

Verbund in Planung?

Zu diesem sich immer schneller drehenden Spekulationskarusell um Übernahmen und Beteiligungen gesellen sich nun auch noch Überlegungen zur Bildung eines großen Verbundes von Versatel, United Internet, freenet und Telefónica, der sich neben Deutscher Telekom und neben Vodafone als drittes Schwergewicht auf dem DSL-Markt positionieren könnte. Ob aber wirklich die genannten Anbieter jeweils ihre komplette DSL-Sparte unter ein gemeinsames Dach stellen werden, ist aber noch ungewiss. Derzeit wird noch viel spekuliert. Dass sich jedoch auch solche Gerüchte schnell in barer Münze auszahlen, zeigen die Aktienkurse etwa von United Internet. Kurz nach Bekanntwerden der Verbund-Überlegungen stiegen die Aktien des Unternehmens aus Montabaur um rund sieben Prozent.

Und die Folgen für die Internetnutzer? Es würden nach dem Ende der Konsolidierung nur noch einige wenige große Anbieter übrig bleiben, der Wettbewerb wird erlahmen. In den letzten Jahren hatten vielfach die Provider jeweils auf eine Tarifsenkung der Konkurrenz reagieren müssen. Bei nur noch etwa drei großen Anbietern ist nicht mehr viel Druck auf diese zu erwarten. Nur Alice von Hansenet oder Tele2 könnten dann neben den "großen Drei" eigenständig bestehen bleiben.

Wettbewerbsdruck würde nachlassen

Im Bereich Kabelnetze finden sich schon jetzt Monopole. Es gibt dort drei große Kabelnetzbetreiber, die in ihren Gebieten jeweils marktbeherrschend auftreten. So bleibt zu hoffen, dass zum Wohl der Kunden auf dem DSL-Markt eine gewisse Vielfalt an Anbietern erhalten bleibt.


12.03.2008 15:09:39 von jsc
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