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Der Kampf gegen den Spam

Wettrüsten im Internet

Anfangs fand man Spam (nervende, unerwünschte Einträge) in Gästebüchern, weil diese – oft ungesichert und offen zugänglich – ein beliebtes Ziel von Spam-Bots waren und sind. Diese Bots hinterließen dann Werbeeinträge, die häufig Links zu Themen wie Pornographie oder gewissen potenzsteigernden Medikamenten enthielten. Waren das zu Beginn noch überschaubare Mengen, entwickelten sich Bots rasch zur Plage, weil sie neben der Quantität ihrer Beiträge auch ihr Zielspektrum erweiterten. Das führte dazu, dass die Webseitenbetreiber bzw. deren Programmierer nach Lösungen suchten und sich mit den Entwicklern der Spam-Bots eine wahre Schlacht im Erfinden neuer Verteidigungs- bzw. Angriffsmethoden lieferten. Das Resultat sind Sicherheitsmaßnahmen wohin das Auge blickt, egal ob Forenregistrations-, Kommentar- oder Kontaktformular.

Versuchte man zunächst, dem Spam durch verschiedene Filter wie IP-Sperren oder Blacklists Einhalt zu gebieten, erkannte man doch bald, dass dies ein Kampf gegen Windmühlen war. Eine neue Methode musste her, eine Methode, die einen Bot zuverlässig von einem Menschen unterscheidet. Das war die Geburtsstunde der Captchas. Diese kleinen Grafiken waren zunächst noch recht primitiv und einfach zu entschlüsseln, erfüllten aber ihren Zweck. Mit der Zeit wurden allerdings auch die Spam-Bots weiterentwickelt und erhielten die "Fähigkeit", Bilder auszulesen. Damit mussten wiederum die Captchas komplizierter gestaltet werden und Störelemente und gekrümmte Buchstaben wurden eingeführt. Der Erfolg blieb zwar nicht aus, aber auch die Webseitenbetreiber bezahlten ihren Preis, denn nicht nur für Maschinen sondern auch für Menschen waren einige Captchas kaum oder gar nicht zu entziffern. Genervte Benutzer waren die Folge dieser schlechten Usability.

Momentan geht der Trend jedoch hin zum intelligenten Sicherheitscheck. Bei dieser Variante wird menschliche Logik vorausgesetzt, denn es wird z.B. die Lösung einer einfachen Rechenaufgabe oder der Vorname des Autors eines Artikels verlangt. Kombiniert mit einem leicht zu entziffernden Captcha ergibt sich daraus die meiner Meinung nach beste Abwehrmethode im Hinblick auf Sicherheit unter Berücksichtigung des Komforts für den User. Neben dem Entschlüsseln des Bildes muss der Bot dann nämlich auch noch die Simulation von einfachem menschlichen Denken leisten, wenn auch auf sehr geringem Niveau.


30.03.2008 14:36:09 von Hirnhamster
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