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Die Tradition des Irish Whiskey

Man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass die Kunst der Alkohol-Destillation von den Iren an die Schotten weitergegeben wurde, wenn das die Schotten natürlich auch niemals eingestehen würden. Nach Irland wiederum kam diese Kunst wahrscheinlich durch missionierende Mönche, die bereits im siebten Jahrhundert nach Irland einwanderten. Die Mönche destillierten in ihren Klöstern vielerorts sogenannte Aqua vitae, vor allem als Grundlage für verschiedene Medizinen, und vermutlich im Wesentlichen aus vergorenen Trauben oder anderen Früchten. Der Iris Whiskey, der aus einer Gersten-Maische destilliert wird, ist für das 15. Jahrhundert ersmals belegt, und von der englischen Königin Elizabeth I. wird erzählt, dass sie sich den Irish Whiskey mit großer Regelmäßigkeit fässerweise nach London schiffen ließ.
Die im heutigen Nordirland beheimatete Bushmills Destillerie behauptet von sich, der Welt älteste lizenzierte Destillerie zu sein, seit sie im Jahre 1608 von König James I. die Lizenz zur Produktion des Whiskey erhielt. Während der kommenden Jahrhunderte blühte die sehr vom Export lebende Whiskey-Produktion in Irland weiter auf, und zum Ende des 19. Jahrhunderts waren es über 400 verschiedene Whiskey-Marken, die in die USA exportiert wurden.
Erst im 20. Jahrhundert kam dieser Aufschwung zu einem jähen Ende, als die einsetzende Prohibition in den USA, die Weltwirtschaftskrise und der Aufschwung der schottischen Destillerien, die zum Teil über deutliche modernere Produktionsmethoden verfügten, den irischen Whiskey Produzenten schwer zusetzten, und Hunderte Produzenten landesweit aufgeben mussten.
Im Jahre 1966 waren nur noch drei Destillerien in Irland verblieben (Powers, Jameson und Cork Distilleries), die ihre Kräfte nun bündelten, und sich zur Irish Distillers Company (IDG) zusammenschlossen, der sich ab 1972 auch Bushmills aus Nordirland anschloss.
Einen Aufschwung erlebt der irische Whiskey nun wieder seit den achtziger Jahren, als mit der Cooley Destillerie erstmals wieder eine neuer Produzent die Bühne betrat, und mit einer Reihe neuer Abfüllungen (z.B. unter den Namen "The Tyrconnell", "Connemara" und viele andere) den Markt belebte. Dies hat natürlich auch die IDG herausgefordert, innovative und hochwertige Produkte auf den Markt zu bringen. So wurde zum Beispiel seit Ende der 90er Jahre die Tradition des "Pot Still Whiskey" wieder belebt, und mit dem Redbreast einen ganz ausgezeichneter Vertreter dieser Gattung wiederbelebt und auf den Markt gebracht.

25.06.2007 19:47:33 von Florian Gallinger
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