Seit einigen Wochen häufen sich in Deutschland Meldungen über die Auswirkungen der Kreditkrise auf die nationale Wirtschaft und die deutschen Banken. Offensichtlich haben in den letzten Jahren alle nennenswerten Landesbanken im großen Stil in alle Arten von Junk Bonds, also Anlagen mit schlechter Bonität, investiert. Unsere Provinzbänker haben das große Geld gerochen und mit dem Effekt verloren, dass viele Banken heute auf der Kippe stehen.Aber wird es wirklich zu einer Bankeninsolvenz kommen? Rein statistisch müsste diese Frage mit Ja beantwortet werden, allerdings gilt in vielen Fällen „too large to fall“ – zu groß, um zu fallen. Die Politik kann sich keine insolvente Bank leisten, da dies einen massiven Abzug von Spareinlagen durch verunsicherte Bürger zur Folge hätte. Dies wiederum würde auch alle anderen Banken in Bedrängnis bringen und schwächelnde Institute ins Verderben reißen.
Die Politik sichert daher im großen Umfang die durch Spekulationen entstandenen Milliardenverluste ab. Dabei jagt eine Horrormeldung die nächste und die Mittel sind nicht auf die direkten Zahlungen der Länder und des Bundes begrenzt, sondern über Beteiligungsgesellschaften und weitere staatliche Banken wird noch weitaus mehr Geld in die Sanierungsmaßnahmen gesteckt. Mittlerweile hatte der Bürger dies jedoch durchschaut und allgemeiner Unmut machte sich breit.
Wie besänftigt man also die Masse? Richtig, mit Entertainment. Kann es wirklich Zufall sein, dass die groß in Szene gesetzte Steuerfahndung genau zum richtigen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Das Klaus Zumwinkel als prominentester Vertreter der Liste der Steuersünder quasi live und vor wartenden Kameras abgeführt wurde?
Natürlich ist Steuerhinterziehung ein ernsthaftes Verbrechen, aber im Vergleich zur Kreditkrise handelt es sich bei den relevanten Summen nur um Taschengeld. Allerdings bieten korrupte Manager natürlich ein ausgezeichnetes Feindbild, um vielen Politikern und Stammtischrunden eine ausgezeichnete Vorlage für markige Sprüche und Forderungen zu bieten. Entertainment für die Masse, um von den wahren Problemen abzulenken.
Und es funktioniert. Kaum hat sich diese Thematik in den Medien gefestigt, wurden die Berichte über die Kreditkrise auf die hinteren Seiten der Zeitungen verwiesen und Sendezeiten in den TV-Nachrichten massiv gekürzt. Das sollte zu denken geben und jeder Leser sei dazu angeraten, den anderen und wesentlich elementareren großen Schauplatz der negativen Finanznachrichten nicht zu vernachlässigen. Dort geht es um weitaus mehr Geld und Politikerkarieren, bleiben Sie also wachsam.
Jedem Bürger sei zudem dazu geraten, seine persönlichen Finanzen auf ehrliche Weise zu regeln. Sparen Sie oder verdienen Sie über Nebeneinkünfte, die „Großen“ machen es Ihnen vor. Nutzen Sie Informationsseiten im Internet und vergleichen Sie. Ob Versicherungen, Banken oder Telekommunikation, so können Sie auf ehrliche Weise sparen und die Schauspiele in den Nachrichten mit der nötigen moralischen Gelassenheit beurteilen und dennoch Ihren Spaß haben.
Karsten Mertin