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Die PKV - Vor- und Nachteile

Die freie Wahl, ob gesetzliche oder private Krankenversicherung in der Bundesrepublik Deutschland nach aktueller Gesetzeslage nicht jeder. Dieses Recht genießt zurzeit nur, wer sein Geld als Selbständiger, Freiberufler oder aber als Beamter wie etwa Polizisten oder Richter verdient. Arbeiter und Angestellte können die Art der Krankenversicherung wählen, sofern ihr Bruttojahreseinkommen mindestens 47.000 Euro beträgt.

Alle, die unter diese Bemessungsgrenze fallen, haben dennoch die Möglichkeit zumindest in Teilen von dem besseren Leistungsumfang der Privaten Krankenkassen (PKV) zu profitieren. Dazu ist eine Zusatzversicherung zur bestehenden gesetzlichen Krankenversicherung nötig. Die Bereiche, die mit einer solchen zusätzlichen Police abgedeckt werden sollen, kann jeder frei für sich aussuchen. Das gilt zum Beispiel für den Zahnersatz, Sehhilfen oder aber den Aufenthalt in einer Klinik. Angesichts der Kürzungen, die bei den gesetzlichen Kassen in regelmäßigen Abständen vermeldet werden, sind Zusatzversicherungen durchaus sinnvoll. Vor allem aber können sie eine Menge Geld sparen, sollte es zum Ernstfall kommen.

Das Geld im Sinne der monatlichen Versicherungsbeiträge und ihrer Bemessung macht auch den größten Unterschied zwischen den beiden Anbietern aus. Elf bis 13 Prozent des Bruttolohns kassieren die gesetzlichen Kassen von ihren Mitgliedern. Da sie auf das Solidaritätsprinzip bauen, hat jeder den Anspruch auf die gleichen Leistungen. Die Marktwirtschaft und ihre Gesetze sind die Basis für die Arbeit der privaten Krankenversicherer. Die Leistung, die vom Kunden gewünscht wird, muss auch bezahlt werden. Somit errechnet sich die Prämie aus dem gebuchten Leistungsspektrum, dem Alter des Kunden und seinen gesundheitlichen Risiken. Raucher oder Personen mit starkem Übergewicht müssen bei den PKV tiefer in die Taschen greifen. Wie hoch die Beiträge der privaten Anbieter von Fall zu Fall sind, sollte durch einen genauen Vergleich ermittelt werden. Da die Beitragsgestaltung von Kasse zu Kasse unterschiedlich ist, liegt hier ein nicht zu unterschätzendes Sparpotential. Das sollte allerdings nicht zu Lasten des Service und der Zuverlässigkeit gehen.

Der größte Vorteil, den man als Kunde einer privaten Krankenkasse genießt, ist der größere Leistungsumfang und die Möglichkeit, den Versicherungsschutz ganz nach Bedarf zusammenstellen zu können. Teile des Leistungskataloges, die gerne genommen werden und teils schon zum Standard der PKV gehören, sind die Behandlung durch den Chefarzt und die Unterbringung in einem Einzel- oder auch Doppelzimmer. Wer diese Vorteile für sich in Anspruch nimmt, muss allerdings damit rechnen, dass sich die Prämien aufgrund der allgemeinen Entwicklung auf dem medizinischen und gesundheitspolitischen Sektor nach oben entwickeln und die Versicherung mit zunehmendem Alter teurer wird. Und solange die Gesetze nicht geändert werden, ist der Wechsel von einer privaten in eine gesetzliche Krankenkasse nicht möglich.

Enrico Wnendt

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