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Reiten
sieht so einfach aus. Besonders bei einem guten Reiter. Zeigt das
Pferd auch noch seine ganzen Fähigkeiten, ist es ein Genuss, diesen
beiden zuzusehen. Ob jemand ein Musikinstrument hervorragend spielt,
auf dem Trampolin Sprungfiguren beherrscht, im Eiskunstlauf eine
Kür fehlerfrei läuft oder als Handwerker ein Werkzeug meisterhaft
einsetzt: immer dann, wenn die Tätigkeit leicht und locker aber
dennoch präzise und fehlerfrei ausgeführt wird, zeigt ein Könner
seine Fähigkeiten. Leider unterliegt man als Zuschauer leicht dem
Trugschluss, dass diese Leichtigkeit der Ausführung auch mit der
Einfachheit der Tätigkeit gleichzusetzen sei. Dies ist jedoch nicht
so. In der Regel verbringen diese Personen viel Zeit und Übung darauf,
diese Meisterschaft zu erlangen. Sie müssen dabei die grundlegenden
Bewegungsmuster unzählige Male wieder-holen, bis sie vom Körper
automatisch und in immer gleicher Perfektion ausgeführt werden.
Und Sie müssen die Störfaktoren, die eine lockere, leichte und fehlerfreie
Ausführung behindern, kennen, und - soweit dies möglich ist - ausschalten
oder zumindest ihren Einfluss beherrschen können. Mit anderen Worten:
sie beherrschen ihr Handwerk.
Beim Reiten verhält es sich nicht wesentlich anders. Auch hier zeigt
sich das reiterliche Können im Beherrschen des reiterlichen Handwerks.
Und dazu zählt nicht nur, die Dressurlektionen zu kennen oder die
Hilfen geben zu können. Als Reiter sitzen wir nicht auf einem toten
Gegenstand - wie zum Beispiel in unserem Auto auf dem Weg zum Reitplatz
- sondern auf einem Lebewesen mit eigenem Charakter, schwankender
Tagesform, Erfahrungen mit guten oder schlechten anderen Reitern
in der Vergangenheit und persönlichen Vorlieben. Schon allein diese
sehr grobe Aufzählung von Einflüssen deutet an, dass sich ein Pferd
durchaus anders verhalten kann, als wir es uns möglicherweise zunächst
vorstellen. Es reagiert auf jeden Fall nicht in der gleichen automatischen
Weise, wie wir es von unserem Auto gewohnt sind, sondern auf seine
ihm ganz eigene Art. Und jedes Pferd reagiert dann auch noch anders
auf uns als Reiter, auf unsere Zeichen-/Hilfengebung oder auch unsere
Körpersprache. Wir haben es hier also mit einem komplexen Zusammenspiel
der beiden Persönlichkeiten Reiter und Pferd zu tun, das es uns
manchmal deutlich erschwert, einen entspannten und lockeren Ausritt
zu machen oder eine erfolgreiches Dressurprüfung zu bestehen. Die
Auseinandersetzung wir auf dieses Zusammenspiel zwischen Reiter
und Pferd näher eingehen und die unterschiedlichen Einflussfaktoren,
die auf dieses Zusammenspiel wirken, untersuchen. Ziel ist es, dem
Leser Hilfestellungen zu geben. Sie sollen ihm helfen einen leichteren
Umgang mit seinem Pferd zu ermöglichen, Fehler in der Hilfengebung
aufzuzeigen, die Ursachen für Fehler Dressurlektionen zu erkennen,
die Kommunikation mit seinem Pferd zu verbessern, sein Gespür für
sein Pferd und dessen Signale zu trainieren, sich mit den Rahmenbedingungen
auseinander zu setzen. Letztlich dienen diese Hilfen dazu, das Zusammenspiel
zwischen Reiter und Pferd zu verbessern, so dass es beiden mehr
Freude bereitet, eine Aufgabe fehlerfrei zu reiten oder einen Ausritt
ins Gelände nicht nur stressfrei zu bewältigen sondern auch erholt
und entspannt zurück zu kommen. Es wurden die Faktoren zusammengetragen,
die aus unserer Sicht einen starken Einfluss auf den Reiter, sein
Pferd und auf das Zusammenspiel der beiden ausüben. Die Faktoren
sind im Einzelnen: Motivation, Fühlen, Führen, Stressbewältigung,
Reiten, Rahmenbedingungen, Verhalten. Man sagt: Reiten lernt man
durch Reiten! Aber nicht nur! Dies heißt vor allem, die Einflüsse
von außen zu berücksichtigen, die Gegenmaßnahmen zu kennen und durch
kontinuierliches Training zu beherrschen. Dann ist man als Reiter
in der Lage, die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit des
Pferdes zu steigern und einen professionellen Umgang mit seinem
Pferd zu erreichen....
Weitere Informationen finden Sie unter www.reitertipps24.com
Johannes Münstermann |