Von Fehlsichtigkeit spricht man, wenn das Sehvermögen eines Auges nicht optimal ist oder nicht der Norm entspricht. Die beiden bekanntesten Formen der Fehlsichtigkeit sind Weit- und Kurzsichtigkeit. Bei diesen befindet sich der Brennpunkt des einfallenden Lichtes nicht auf der Netzhautebene, sondern davor oder dahinter. Bei Kurzsichtigen ist meistens der Augapfel zu lang, wodurch sich der Fokus vor der Netzhaut befindet. Weiter entfernte Objekte werden dadurch unscharf wahrgenommen. Je länger der Augapfel ist, umso stärker ausgeprägter ist die Fehlsichtigkeit.
Bei der Weitsichtigkeit ist genau das Gegenteil der Fall. Der Augapfel ist zu kurz, wodurch die gebrochenen Strahlen erst in einem theoretischen Punkt hinter der Netzhaut zusammenlaufen. So werden nahe gelegene Objekte unscharf dargestellt. Jüngere Menschen können die Weitsichtigkeit oft noch durch Akkommodation lange Zeit ausgleichen. Diese Fähigkeit lässt aber mit steigendem Alter nach, so dass eine Brille benötigt wird.
Eine weitere Form der Fehlsichtigkeit ist die Stabsichtigkeit bzw. Hornhautverkrümmung. Dabei ist die Hornhaut des Auges nicht gleichmäßig gekrümmt. Dies kann angeboren, aber auch Folge einer Verletzung sein. Ein punktförmiges Objekt stellt sich durch die Verkrümmung dem Betroffenen als Strich oder Stab dar.
Eine weitere Fehlsichtigkeit ist die Nachtblindheit. Für das Sehen im Dunkeln sind vor allen Dingen die Stäbchen zuständig. Wenn diese nicht richtig arbeiten oder sogar ganz ausfallen, kann im Dunkel nur eingeschränkt bis gar nicht gesehen werden. Die Nachtblindheit kann erblich bedingt oder erworben (z.B. durch Vitamin-A-Mangel) sein.
Zu den Fehlsichtigkeiten zählt außerdem die Farbblindheit. Durch einen genetischen Defekt, sind die Zäpfchen nicht voll funktionsfähig. Männer sind davon wesentlich häufiger betroffen.
Die Störungen betreffen vor allen Dingen das Sehen der Farben Rot und Grün. Ein völliger Ausfall der Zäpfchen, so dass keine Farben erkannt werden, ist äußerst selten.
Dr. Josef Reindl
info(at)agentur-dr-reindl.de