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Artikel » Kunst & Kultur Radierungen - ein Überblick | Schon die Waffenschmiede und Plattner des Spätmittelalters, kannten ein Ätzverfahren zum Verzieren von Waffen und Rüstungen. Hiermit begann sich das Kunsthandwerk der Radierung zu entwickeln. Sie brachten eine säurebeständige Wachsschicht auf Metallgrund auf, ritzten die benötigten Ornamente dort ein und ätzten diese im Anschluss mit Säure aus. Somit wurden die Ornamente als Vertiefung auf dem Werkstück erkennbar. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts eigneten sich erst die Goldschmiede und später auch andere Künstler dieses Verfahren für die Tiefdrucktechnik an – der Siegeszug der Radierung begann. Frühe Werke der Radierung wurden durch den wohlbekannten Kupferstecher A. Dürer angefertigt, allerdings damals noch auf Platten aus Eisen. Mit der Entdeckung eines nutzbaren Ätzgrundes aus Kupfer wurde diese neuartige Technik mehr und mehr vervollkommnet. Rembrandt – der große Meister der Radierkunst führte an verschiedenster Dekoration diese Disziplin zur Vollendung. Bis in die heutige Zeit hat die Faszination der Technik der großen Meister keineswegs gelitten. In der Kunst der Radierung sind die verschiedensten Arbeitsweisen inbegriffen. Die Strichätzung und Kaltnadel gehören genauso zum Angebotsspektrum wie Vernis mou und Aquatinta. Diverse Mischtechniken, zum Beispiel mit Kupferstich und Schabekunst sind in der Praxis in Geschichte und Gegenwart im Einsatz. Durch die Erfindung der Radierung eröffneten sich den Künstlern neue Möglichkeiten. War es beim Kupferstich unter anstrengendem Kraftaufwand noch nötig, das erwünschte Bild mit größter Präzision direkt in die Platte hineinzugraben, so erlaubte die Radierung eine angenehmere und freiere Bearbeitung. Die Linien wurden nun nicht mehr ins Metall direkt gestochen, sondern hinein geätzt. Dabei wurde die eigentlich kraftraubende Arbeit von der Säure übernommen. Genau wie der Kupferstich ist also die Radierung ein Tiefdruckverfahren, bei dem die Farbe in die eingravierten Vertiefungen des Druckstockes hinein läuft und unter starkem gleichmäßigem Druck der Presse seitenverkehrt aufs Papier gebracht wird. Am Druck kann man mit einiger Erfahrung die jeweilige Technik ablesen.
| | | 07.08.2007 09:13:12 von |
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