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Von der Schönheit der spanischen Literatur

Spanische Literatur ist ein heterogenes Sammelbecken. Unter diesen Begriff fällt nämlich nicht nur die literarische Entwicklung auf der iberischen Halbinsel, auch die Werke der spanischsprachigen Länder Latein- und Südamerikas sowie der ehemaligen Kolonien Spaniens zählen dazu. Fasst man all dies zusammen, so wird klar, welche große Rolle die spanische Literatur in der gesamten Literaturgeschichte spielt.

Große Namen finden sich zuhauf: Gabriel Garcia Marquéz, Miguel de Cervantes, Isabel Allende, Carlos Ruis Zafón – nur einige Namen bedeutender spanischsprachiger Schriftsteller. Gerade Zafóns Roman „Der Schatten des Windes“ verdeutlicht die Charakteristika vieler, auch zeitgenössischer, Autoren der spanischen Literatur. Zafóns Geschichte um einen kleinen Jungen, der auf dem „Friedhof der Bücher“ ein Buch entdeckt, dessen Geschichte für sein Leben eine bedeutende Rolle spielt, verknüpft dichtes Erzählen mit leicht melancholischer Grundstimmung. Auch die inzwischen als Klassiker zu betrachtenden Werke von Marquez (z.B. „Der Oberst hat keinen, der ihm schreibt“ oder „Von Liebe und anderen Dämonen“) lassen sich diese Merkmale wieder finden – schwermütige Geschichten, die das Herz berühren.

Die Intensität der spanischen Literatur macht es nicht verwunderlich, dass spanische Autoren immer mehr Anhänger auch in Deutschland finden. „Der Schatten des Windes“ war auch hierzulande ein Bestseller, und auch im Internet erfreut sich Zafón einer großen Fangemeinde. Auf der online-Plattform LovelyBooks.de, einem Social Network für begeisterte Leser, haben fast ein Viertel der Mitglieder den Roman „Der Schatten des Windes“ in ihren persönlichen Buchregalen. Auch eine eigene Gruppe zu spanischer Literatur gibt es hier – dort haben die Mitglieder die Gelegenheit, sich zu Themen wie den besten Büchern über Spanien oder Werken, die die Mentalität der Spanier besonders gut beschreiben, auszutauschen.

Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund jedoch, wie wenig spanischsprachige Autoren tatsächlich auf dem deutschen Büchermarkt zu finden sind. Im internationalen Bereich dominieren hier die Engländer und Amerikaner vor den Franzosen. Gerade angesichts der Schönheit der spanischen Literatur ist es daher für die Zukunft zu wünschen, dass deutsche Verlage auch vermehrt auf Spanier setzen.

Kathrin Berger

12.03.2008 18:45:43 von aboutbooks
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