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Religion und afrikanische Kunst

In der westlichen Kultur sind Kunst und Religion schon seit Jahrhunderten strikt getrennt. Afrikanische Kunst (african tribal art) dagegen ist eng mit Leben und Religion der Afrikaner verbunden, und das auch noch in der heutigen Zeit.

Das Haupt-Thema für traditionelle afrikanische Masken sind Abbilder von Menschen und Tieren. Es geht den Künstlern aber nicht um ein einfaches sachliches Abbild der realen Welt, sondern um eine eigene Darstellung und Interpretation in der Verbindung von Tradition und Religion. Dabei ist der Mensch eingebunden in seine Historie, sein Land, seine Vorfahren. Im Unterschied zur „aufgeklärten“ westlichen Religionsphilosophie, die eben auf einer meist rigiden Trennung von Religion und Kunst besteht, spielen die Erfahrungen der Ahnen eine wichtige Rolle, und der Mensch sucht ihre Kräfte zu nutzen.
Die Masken und Figuren, aber auch Amulette, Fetische und andere religiöse Gegenstände sind nur ein kleiner Teil des afrikanischen Lebens und Religion. Ihren Sinn, Kraft zu spenden, in schwierigen Situationen Beistand zu leisten, böse Geister und Krankheiten fernzuhalten, entfalten sie aber nur zusammen mit entsprechenden religiösen Ritualen, Feiern, Initiationsritualen oder bei der Kriegsvorbereitung. Sie gaben dem Besitzer beim Tanz schützende Kraft, übertrugen ihm magische Gewalt bei den Zeremonien.
Während der eigentlichen Maskenzeremonie geht der Tänzer in tiefe Trance und dieser Gemütsverfassung nimmt er mit seinen Vorfahren Kontakt auf. Ein kluger Mann oder Übersetzer begleitet den Masken-Besitzer manchmal während des stundenlangen Rituals. Oft sind die Nachrichten, die während der Zermenonie aus dem Tänzer herauskommen, nur gegrunzte Äußerungen, und der Übersetzer entziffert die Bedeutung der Nachricht. Der ganze Stamm ist bei diesem Ritualen eingebunden. Rituale und Zeremonien werden immer mit Liedern, Tanz und Musik und afrikanischen Musikinstrumenten begleitet.

Diese enge Verbindung erlärt gut, warum die Afrikaner höchte Qualität auf die Gestaltung ihrer Kultobjekte legten. Afrikanische Masken und Figuren wirken fremdartig und gleichzeitig anziehend. In der Tat gibt die Gestaltung neben den bereits genannten Vorliebe für Menschen und Tiere einige weitere auffällige Markmale.
Auffallend sind die Klarheit von Form und Detail, die Komplexität der Komposition, die Balance und die Symmetrie. Afrikanische Künstler legten und legen auch heute höchsten Wert auf gute Qualität der Ausführung und Beherrschung des Materials.
Anton Mentrup


19.03.2008 06:53:28 von art9
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