In Emden wollte sich nach dem Zweiten Weltkrieg niemand mehr mit den Geschehnissen vom 20. April 1933 beschäftigen. An diesem Tag hatten die Stadtoberen nämlich Adolf Hitler zu dessen Geburtstag die Ehrenbürgerschaft zuerkannt. Das war damals in vielen Städten Deutschlands der Fall.Als der Zweite Weltkrieg 1945 beendet war, verschwanden in den Folgejahren Dokumente und Urkunden. Niemand konnte und wollte sich an die Verleihung der Ehrenbürgerschaft erinnern. Doch wie so oft ist Aktenvernichtung keine Geschichtsbereinigung.
Im Mai 2007 hat die Stadt Emden nach intensiver Recherche und nach aufkommender Kritik reagiert. Alle Fraktionen stellten gemeinsam einen Antrag, dem Diktator und Kriegsverbrecher Hitler die Ehrenbürgerschaft posthum abzuerkennen. Mit dieser Aktion wolle man ein Zeichen gegen die Gewalt von Rechts setzen. Und so wurde die Ehrenbürgerschaft posthum aberkannt.
Rein rechtlich war der Beschluss übrigens überflüssig – nach der Gemeindeordnung Niedersachsens erlischt die Ehrenbürgerschaft von Bürgern immer automatisch mit dem Tode des Geehrten. Dennoch war es eine vor allem auch aus kultureller Perspektive absolut notwendige Entscheidung.
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