 Aktuelle Kategorie: (91)  Die Rubrik für Kunst und Kultur bei der großen freien Enzyklopädie im Internet.
|
Artikel » Kunst & Kultur Eine Einführung in die Illusionsmalerei | Schon bei Auftragsarbeiten im antiken Rom wurde die Perspektive im Kunsthandwerk der Malerei als ein wichtiges Stilmittel eingesetzt. Ausgrabungen aus Pompeji beweisen, dass die Grundkenntnisse der perspektivischen Darstellung bereits vorhanden waren. So findet man auf Wandmalereien eine als Fluchtpunkt bezeichnete Stelle, zum der alle Linien in die Bildtiefe führen. Das Christentum trug fast nichts zur Entwicklung der rein dekorativen Wandmalerei bei, da das religiöse Element immer mehr im Vordergrund stand. Erst ab dem 14. Jahrhundert wurde sich wieder mit einer realistischeren Weise der Malerei beschäftigt. Damit wurde die Grundlage für die Weiterentwicklung der Illusionsmalerei geschaffen. In dieser Zeit begann eine neue Epoche in der Historie der Wandmalerei. Es gibt gestaltete Bilder in der Basilika von Assisi, die verschiedene Lebenssituationen des Heiligen Franz darstellen – diese sind derartig ausdrucksvoll, dass sie nahezu lebendig wirken. Diese Malweise wurde im 15. Jahrhundert perfektioniert, mit dem damals herrschenden gotischen Stil wurde klar gebrochen. Man gestaltete ein raffiniertes Spiel mit Licht und Schatten, welches den dreidimensionalen Eindruck nochmals verstärkte. Auf einer zweidimensionalen Fläche entstanden räumliche Bilder – eine gewaltige Herausforderung. Einhundert Jahre später zeichnete Mategna ein Bild der Gonzagas auf ihrem Familienbesitz. Man erkennt darauf kleine Prinzen und Putten, die sich deutlich vom Hintergrund des Himmels abheben. Dieses Bild wirkt extrem plastisch. In der gleichen Zeit entstand das berühmte „Letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci. Hier wurden die Gesetze der Perspektive in allerhöchster Perfektion umgesetzt. Die dargestellten Figuren zeugen zusätzlich von hoher künstlerischer Meisterschaft, weil der Betrachter glaubt, ihnen jede Gefühlregung vom Gesicht ablesen zu können. Zu den unübertroffenen Meisterwerken der Blütezeit der italienischen Malerei im 16. Jahrhundert gehören die bekannten Fresken von Michelangelo und Raffael. 1508 beauftragte der damalige Papst Julius XI. den Künstler Michelangelo mit einem Fresko für die Sixtinische Kapelle, welches die 12 Apostel darstellen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich ausschließlich als Bildhauer definiert. Die Aussicht, die ganze Decke der Sixtinischen Kapelle bemalen zu können, beflügelte Michelangelo aber sehr und er eignete sich die Technik des Freskos an. Sein Meisterwerk „Die Erschaffung der Menschheit“ benötigte in seiner Anfertigung über 4 Jahre. Auch in der heutigen Zeit erfreut sich die Illusionsmalerei großer Beliebtheit. Vielfältige Wanddekorationen zeigen alltägliche Szenen und ländliche Motive. Solche Malereien verbreiten eine sehr friedliche und heitere Stimmung.
| | | 19.06.2007 16:49:24 von |
Fügen Sie diesen Artikel Ihren Social Bookmarks hinzu:
Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Website: Informationen über den Autor dieses Artikels:
 |
| Es werden bis auf Weiteres keine neuen Artikel aufgenommen! |
|
|
|