Haartransplantation ist im Prinzip nichts anderes wie eine Umverteilung von eigenem Haar. Speziell werden dabei Haare, welche gegenüber den schädlichen männlichen Hormonen (DHT) unempfindlich sind, entnommen und auf vormals kahle bzw. schüttere Stellen umverteilt. Im neuen Gebiet, behalten nun die versetzten Haarfollikel erfreulicherweise Ihre Unempfindlichkeit gegenüber dem DHT bei, welches auch als Donor-Dominanz bezeichnet wird. Somit wachsen an neuer Stelle die verpflanzten Haare ein Leben lang weiter, sprich fallen nie mehr aus und können auch ganz normal gefönt, frisiert, gelockt und gefärbt werden. Psychische Belastung durch Haarausfall
Die Entdeckung der Haarverpflanzung ist deshalb so wichtig da viele Menschen Haarausfall - Geheimratsecken haben und dies den Betroffenen sehr zu schaffen macht. Psychologisch gesehen können sich Menschen mit vollem Haar kaum vorstellen, wie sehr Haarausfall - Betroffene mit schütterem Haar, Glatze, oder Geheimratsecken unter Ihrem Haarausfall leiden.
Weiterentwicklung der Haarverpflanzung
Waren früher die Resultate von Haartransplantationen teilweise noch unschön und eher unnatürlich, so werden heute mit der modernen Haartransplantation (Follicular Unit Transplantation/FUT, Follicular Unit Extraction/FUE) - vorausgesetzt von einem erfahrenen Haarchirurgen durchgeführt - dank Einsetzung von kleinsten, natürlichen follikulären Einheiten (FU`s), sehr schöne und natürliche Resultate erzielt, welche von keinem mehr zu erkennen sind und dies deshalb für die Betroffenen von hoher Bedeutung ist und es endlich eine Lösung gibt.
Haare machen attraktiv
Denn mit mehr Haar fühlt man sich somit wieder wohler, attraktiver und steigt auch automatisch wieder das Selbstbewußtsein. Hat man sich zuvor eher noch zurückgezogen, ist nicht mehr gerne unter Menschen gegangen, lebt man jetzt wieder förmlich auf.
Wichtigkeit einer ausführlichen Planung
Wichtig nun, auf dem Weg hin bis zum Entschluß für eine Haartransplantation, ist jedoch eine ausführliche Planung.
Erster Schritt: Besuch beim Dermatologen
Zu aller erst steht bei Haarausfall der Gang zum Dermatologen an. Dieser überprüft, ob es sich um den typischen androgenetischen Haarausfall, oder eher Haarausfall durch eine Krankheit (z.B. Schilddrüsenfehlfunktion), oder gar einen krankhaften Haarausfall handelt. Dies ist deshalb wichtig, da in beiden letzten Fällen leider keine Haarverpflanzung durchgeführt werden kann.
Eventueller Einsatz von Medikamente - Mittel gegen Haarausfall
Ist vom Dermatologen ein androgenetischer - erblicher - vererbter Haarausfall diagnostiziert, sollten zunächst konventionelle Therapien wie beispielsweise Minoxidil (Rogain/Regaine), Finasteride (Propecia/Proscar) ausprobiert bzw. eingenommen werden.
Zum Teil werden dadurch durchaus solche Verbesserungen erzielt (meist im 2/3 und tendenziell die meiste Wirkungen von Medikamenten im 3/3 (Tonsur)), welche später für die Haartransplantation entweder weniger Grafts benötigen läßt, oder es wird die Chance genutzt, den Haarausfall zu verlangsamen, bzw. im besten Fall zu stoppen, was eventuell zumindest schon so zufriedenstellend ist, dass eine Haartransplantation (noch) nicht erforderlich ist. Ebenfalls, sind Medikamente gegen Haarausfall auch immer in Kombination mit der Durchführung einer Haarverpflanzung ratsam, um den eventuell zukünftigen Haarausfall bestmöglich zu verlangsamen (im besten Fall zu stoppen) und damit eine eventuell in der Zukunft benötigten weiteren Haartransplantation möglichst zeitlich nach hinten zu verschieben, oder im besten Fall, diese gar nicht mehr notwendig ist.
Haarverpflanzung in Erwägung ziehen
Sollten ansonsten alle Möglichkeiten der konventionellen Therapie ausgeschöpft sein, oder verwendet werden und Sie unter androgenetischem Haarausfall leiden, können Sie eine Haarverpflanzung vorbehaltlich in Erwägung ziehen.
Überprüfung Spendermaterial
Weitere Voraussetzung für die Durchführbarkeit des Eingriffs ist ein noch gut erhaltener Haarkranz, welcher auch für zukünftigen Haarausfall und dadurch eventuell entstehende kahle Flächen, genügend Spendermaterial (Haare) zur ausreichenden und zufriedenstellenden Abdeckung zur Verfügung stellt. Ist dies der Fall, so steht einer Haartransplantation im Prinzip nichts mehr im Wege.
Vorsicht geboten, wenn es einen Norwood 7 in der Familie gibt
Einzig alleine - sollte es in der Geschichte des Haarausfalls in der Familie (Vater, Mutter, Großvater mütterlicher und väterlicher Seite) ein Norwood 7 geben (Tabelle zur Einschätzung des Haarausfall - Stadiums, dabei ist ein Norwood 7 am Ende der Scala) - also ein nur noch sehr spärlicher Haarkranz vorliegen, sollte von einer Haarverpflanzung abgesehen werden. Denn in diesem Fall bestünde das Risiko, dass dies vererbt wurde und der Haarausfall mit der Zeit so voranschreitet, dass irgendwann ebenfalls eine Norwood 7 Situation erreicht wird. Dies wäre deshalb tragisch, da dann der nur noch spärliche Haarkranz zwar eventuell noch genügen würde, um zumindest für einige Jahre eine zufriedenstellende Lösung zu haben, nicht aber für die ausreichende Abdeckung für die entstehenden, zukünftigem kahlen Flächen bei kontinuierlichem Haarausfall ausreichen würde und eine spätere, bzw. nach einigen Jahren unschöne und unbefriedigende Haarsituation für den Patienten, wäre vorprogrammiert. Ein verantwortungsbewußter Haarchirurg sollte deshalb auch die Familiengeschichte des Haarausfalles bei dem Patienten abfragen und in solchen Fällen, zum Wohle des Patienten, die Durchführung einer Haartransplantation ablehnen.
Keine zu tiefe, im Alter eventuell unnatürliche Haarlinien bilden
Ebenso sollte gerade bei jungen Menschen darauf geachtet werden, dass keine zu tiefen Haarlinien gebildet werden. Deshalb, da eine Haarlinie auch noch im Alter natürlich aussehen soll und in der Regel die Haarlinie mit dem Alter werden sowieso etwas hoch wandert und zudem, da der Haarkranz eben nur begrenzt zur Verfügung steht und nicht unerschöpflich daraus entnommen werden kann (sonst würde man keine Haare mehr im Haarkranz haben, aber „oben" recht viele und dies würde auch nicht schön aussehen). Von daher ist immer darauf zu achten, auch noch genügend Spenderhaare für eventuell bei fortschreitendem zukünftigem Haarausfall und dadurch benötigter Folgebehandlungen, für eine ausreichende Abeckung zur Verfügung zu haben.
Weiteren Haarausfall versuchen bestmöglich abschätzen
Damit wird einem auch bewußt, dass es sehr wichtig ist und versucht verden sollte, den zukünftigen Haarverlauf so gut wie möglich abschätzen zu können und dazu gehören nun mal selbstverständliche Fragen wie nach dem Alter und der Familiengeschichte.
Vom Grundsatz her, ist es dabei jedoch sicherlich ein Unterschied, ob beispielsweise jemand im Alter von Anfang 20, oder Anfang 40 Jahren ist. Bei dem 40 jährigen wird man eher damit rechnen, dass sein Haarausfall nicht mehr so weit fortschreitet und man wird wieder etwas anders planen.
Dabei kann man man jedoch nie, im Prinzip in jedem Alter, 100 % sicher sein, wie genau sich der Haarausfall weiter entwickelt und leider kann einem dies auch kein Arzt der Welt vorraussagen.
Mikroskopie - Dichtemessung
Um den Haarkranz auf Eignung zur Durchführung einer Haartransplantation zu überprüfen und auch um mögliche Anzahlen von Grafts zu kalkulieren, nimmt das Instrument der Mikroskopie - Haardichtemessung eine wichtige Stellung in der Planung der Haarverpflanzung ein. Mit dessen Hilfe kann ziemlich genau ermittelt werden, wieviele Follikuläre Einheiten (natürliche Bündelungen des Haares = FU`s) sich auf einem Quadratzentimeter befinden. Dies gibt einem nicht nur die Anzahl von Haaren/FU`s welche auf einem Quadratzentimeter wachsen, sondern auch wie der optische Eindruck von dieser Anzahl/Dichte ist und hilft somit, einen Eindruck zu bekommen, wieviele Haare/FU`s auf einem Quadratzentimeter eventuell benötigt werden, um wieder die Illusion von vollerem Haar zu bekommen.
Worst - Case Simulation
Mit geschickter Flächenberechnung und Elastizitätsprüfung der Kopfhaut (bei geplanter Streifen-Haarverpflanzung) läßt sich zudem ermitteln, wie viele Follikuläre Einheiten (FU´s), sprich Grafts, insgesamt aus dem Haarkranz zu entnehmen sind und zudem, wie viele Follikuläre Einheiten (FU`s)/Grafts für welches Ziel ca. benötigt werden. Ebenso kann ein "Worst-Case" simuliert, sowie die Haarlinie und der Rest so geplant bzw. gestaltet werden, dass die entnehmbaren Haarfollikel auf jeden Fall ausreichen werden.
Die Haarlinie bilden, welche auch im Alter noch zu einem passt
So kalkuliert erzielt man auch Haarlinien, die noch im Alter gut zu einem passen und deshalb ist eine genaue Planung bzw. Mikroskopie/Haardichtemessung vor jeder Haartransplantation notwendig.