Das Dirndl erlebt in den letzten Jahren einen ungeahnten und auch ungebremsten Aufschwung. Die traditionelle Landhausmode wird vor allem zum Oktoberfest bei vielen Damen aus dem Schrank gezogen. Aber nicht nur die "alten" Damen haben das Gewand für sich entdeckt, sondern auch die junge Generation hat das Dirndl für sich entdeckt.In Bayern ist es schon fast eine Pflicht, für junge Mädels, sich für das einmalige Event auf dem Oktoberfest in ein enges Mieder zu quetschen und mit einem tollen Dirndl auszustaffieren. Es sieht halt auch einfach gut aus! Damit kann man sich einen netten "Buabn" angeln oder auch mit einem "Jungen" aus einem der vielen anderen vertretenen Nationen flirten. Manche gehen sogar soweit und besorgen sich ein Schnittmuster aus einer Frauenzeitschrift oder im Internet und schneidern sich ihre Kleidung selbst.
Was den Schnitt der Dirndls angeht, gibt es inzwischen eine größere Auswahl an Möglichkeiten und gerade sexy Dirndls, die eigentlich etwas der traditionellen Mode entwachsen sind, finden großen Anspruch. Hier werden die Röcke kürzer, das Mieder enger und der Ausschnitt auf ein üppiges Dekolleté immer größer gehalten. Damit kann "Frau" ihre Figur sehr schön betonen.
Die ursprüngliche Bedeutung des Dirndl wird bei solcher Konzentration auf die weiblichen Reize in den Hintergrund gedrängt, denn eigentlich symbolisierte die traditionelle Tracht ein Gefühl der Zugehörigkeit und Verbundenheit zur Heimat. Früher gab es zum Teil für jedes eigene Dorf einen bestimmten Schnitt, der, auch mit Farben verstärkt, eine eindeutige Zuordnung der Person in ein bestimmtes Dorf zuließ. Aber auch den gesellschaftlichen Stand konnte man an dem "Pomp" einer Tracht ablesen. Je mehr goldene Knöpfe ein Mann an seiner Jacke hatte desto besser seine Stellung in der Gemeinschaft. Beim Dirndl ließ sich dies unter anderem auch an der Anzahl an Faltungen in den Röcken abzählen.