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Unter Promis geht der Trend hin zur Familiengründung

Ein häufig fotografiertes Motiv und ebenso häufig diskutiertes Thema in den Boulevardmedien sind schwangere Prominente. In der Welt der Schönen und Reichen geistert seit einigen Jahren der trendige Wunsch nach Nachwuchs umher. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass es insbesondere die schönen Schauspielerinnen, Sängerinnen oder sonstwie berühmt gewordenen sind, denen das photogeshoppte Colgate-Lächeln und ihr tiefes Dekolleté auf dem Titelbild jeder verdammten TV-Zeitung nicht mehr reicht. Vielleicht ist es auch die Flut an mit Fotohandys festgehaltenen und in den tausenden Klatschblogs verewigten Belanglosigkeiten wie Coffee-to-go bestellen, ins neue Hybridauto einsteigen oder Rollerbladen in Malibu, die zur neuen „Ernsthaftigkeit“ in female Hollywood geführt hat. Und seriös ist, wer Familie hat. Nun ist die große Glitzerwelt seit jeher auf ihr Image und den äußeren Schein bedacht und Familie haben ist nicht gleichbedeutend mit Privatsphäre haben. Zudem stehen die mit einer Schwangerschaft verbundenen Nebenwirkungen im krassen Gegensatz zum exzessiv gepflegten Körperkult der schauspielernden Prominenten. Deswegen hat Hollywood ganz eigene Wege gefunden mit der Familiengründung umzugehen. Da wäre zum einen die körperschonende Variante der Adoption von süßen Lockenköpfchen aus der Sahelzone. Dies hat den angenehmen Begleiteffekt, dass man das eigene Image als Gutmensch pflegen kann und man vielleicht sogar zum Unicef-Botschafter ernannt wird. Zum anderen entdecken gerade die Schauspielerinnen und schauspielernden Sängerinnen, singenden Schauspieler und schauspielernden Ex-Models, die aufgrund ihres Alters sowieso ins Charakterfach wechseln wollen, wo zwar die Gagen kleiner sind, aber nicht mehr zwangsläufig Bikini im Film getragen werden muss und mit ganz viel Glück ein Darstellerpreis abfällt, dass sie mit Anfang 40 doch noch Nachwuchs wünschen und ganz spontan drei oder vier befruchtete Eizellen eingepflanzt bekommen. In beiden Varianten steckt auf jeden Fall viel Platz für die muntere Vermarktung. Es fängt an mit den „künstlerischen“ Fotoaufnahmen im achten Monat – vielleicht nicht gerade wenn es empfängnisbedingt Zwillinge werden. Bei diesen Aufnahmen werden gleich noch ein paar Fotos in Kleidern aus einer eigens designten exklusiven Kollektion von Umstands-Bekleidung geschossen. Die dann binnen kürzester Zeit ausverkauft ist. Nur zwei Monate später gibt es die nächsten Aufnahmen, diesmal eine stolze Mutter, rank und schlank wie ein junges Reh, mit einem Säugling auf dem Arm. Dieser trägt die Kollektion von Baby Kleidung desselben Designers. Und weil ein Säugling nicht lange Säugling bleibt, gibt es von nun an regelmäßige Foto-Updates, die für Inspiration beim nächsten Einkauf von Kinderbekleidung sorgen. Und weil Kinder so schnell wachsen, gibt es nicht einfach Kleidung, sondern Fotos vom Prominachwuchs im Kindergartenalter, im Vorschulalter und im Grundschulalter, sofern von den Eltern abgesegnet und von den Stilberatern eingekleidet.

(Jasmin Schöne)

02.04.2008 17:16:17 von fashion
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