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Der Coorong National Park

Der Coorong NP am Southern Ocean gelegen, hat schon wegen seiner Form eine Sondererstellung unter den Nationalparks von Australien. Rund 150 Kilometer lang, zwischen 300 Meter und nicht über drei Kilometer breit, zieht da eine Salzwasserlagune mit den davor liegenden Sanddünen von Goolwa nach Süden. Dort befindet sich, in unmittelbarer Nähe von Port Elliot, eine kleine Öffnung in der Landzunge, durch die der Murray River in den Südlichen Ozean mündet (Murray Mouth). Legenden und Geschichten ranken sich um „Standua“, wie die Ureinwohner die schmale Öffnung zum Ozean nennen. Und dieser “Ingress“ (Eingang) und der „Egress“ (Ausgang) bereitete schon den ersten Siedlern Probleme und Kopfschmerzen. Aber es war auch eine Herausforderung.

Als europäischer Entdecker der Gegend gilt Charles Bonney, der 1839 mit einem Viehtrieb durch dieses wasserlose, dürre Land nach Melbourne zog. Der bisherige Viehtrieb erfolgte üblich zunächst stromaufwärts entlang des Murray River. Seine Rinder aber machten sich eines Morgens selbstständig und stürmten über neun Meilen vorwärts. Nach Süden. Er musste folgen. Bis zu einer Bergkette mit Bäumen, die einen See „umzäunten“. Er hatte den Lake Albert entdeckt. Hier am südlichen Ende des Murray, der sich mühsam durch die Landschaft windet, füllt das Wasser zunächst den Lake Alexandria bevor es in den Coorong, einer riesigen lang gestreckten Salzlagune, und in den Südlichen Ozean fließt. „Coorong“ kommt vom Aborigines Wort „Karangk“, das schmaler Hals bedeutet.

Und wirklich hat sich, eingeschlossen von den Sanddünen der Younghusband Pensinsula, eine seichte lang gezogene Lagune zwischen Festland und Halbinsel entwickelt. Die Coorong Lagune ist eine Salzwasserlagune. Über sie gelangte ziemlich oft Salzwasser auch in die beiden Seen. So beeinträchtigte das Salzwasser nach der Besiedlung die Weidelandbewässerung und die Trinkwasserbereitstellung erheblich. Also bauten die Siedler so um 1930 eine ganze Anzahl kleiner Dämme. Der Coorong Nationalpark ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet. Der größte Pelikanbrutplatz der Welt (Wieder ein Rekord). Aber auch Kormorane, Ibisse, Möwen und Albatrosse fühlen sich hier wohl. Über 200 Vogelarten sind es insgesamt. Wandervögel aus Sibirien sind vorbeikommende bekannte Gäste.

Nur von zwei Stellen kann man die Halbinsel betreten. Und diese Zufahrten sind alle schlecht ausgeschildert. Ohne Allradantrieb ist das Steckenbleiben vorprogrammiert.

Auf dem Princess Hwy fährt man parallel zur Lagune. Eine Zahl von Beobachtungspunkten sind errichtet worden. Sony Well, Woods Well, Jacks Point. Der Startpunkt eines Naturlehrpfad (Lakes Nature Trail) beginnt fast am Ende der Lagune. Dort liegt auch Chinamans Well. Der steinige Brunnen sieht von weitem wie eine Honigwabe aus. Damals durften Immigranten nur über Süd Australien gebührenfrei einreisen. Das taten viele Chinesen, die dann in die Goldfelder Victorias zogen. Eine Raststätte, einfach, aus Materialien der Umgebung gebaut, mit selbst gezüchteten Gemüse, wurde von den Reisenden gern angenommen.

Weitere Reiseberichte des Autors Dieter Tischendorf finden Sie auf www.the-apple-island.de



10.10.2007 19:13:07 von wdagobert
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