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Rund 10 Prozent
aller Menschen werden leicht "reisekrank": Vor allem wenn sie
in einem Auto unterwegs sind, bekommen sie Symptome wie Schwindel,
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Mit einigen Verhaltensregeln
kann man der Reisekrankheit, dem so genannten "Bewegungsschwindel",
entgegenwirken. Ein Medikamenteneinsatz ist nur in wirklich schweren
Fällen sinnvoll und notwendig.
Krankheitsursachen
Auslöser sind einander widersprechende Sinneseindrücke. Bei einer
Autofahrt vermeldet das Gleichgewichtsorgan, das seinen Sitz im
menschlichen Ort hat, der Körper befinde sich in einer Ruheposition.
Das Auge hingegen signalisiert eine rasche Fortbewegung. Bei Kurvenfahrten
ist der Effekt besonders ausgeprägt.
Risikogruppen sind Kinder von 2 bis 12 Jahren. Das jugendliche
Gehirn kann die scheinbar gegenläufigen Informationen nur unzureichend
verarbeiten. Bei älteren Menschen hat schon ein Anpassungsprozess
stattgefunden: Das Gehirn eines Erwachsenen kennt die unterschiedlichen
Reize, die eine Autofahrt auslöst, und hat meist Ausgleich-Mechanismen
entwickelt.
Übrigens leiden Frauen häufiger unter Bewegungsschwindel als Männer.
Daneben scheinen genetische Faktoren eine Rolle zu spielen. Außerdem
sind ängstliche Menschen besonders häufig betroffen.
Gegenmaßnahmen und Reiseplanung:
- Fette Speisen fördern das Erbrechen. Daher hilft es, die Ernährung
einige Tage vor einer längeren Reise auf vitaminreiche und fettarme
Kost umzustellen.
- Sinnvoll ist, den Konsum von Nikotin, Alkohol, Kaffee und Milchprodukten
zu reduzieren.
- Wer während der Fahrt aktive Entspannung sucht, verbessert die
psychischen Rahmenbedingungen. Also: Zurücklehnen, langsam durchatmen
und die Lieblingsmusik einlegen.
- Lesen verstärkt die Symptome bei den meisten Reisekranken. Viel
besser ist es, den Blick durchs das Autofenster auf den Horizont
zu richten oder einfach die Augen zu schließen.
- Wenn der Reisekranke nicht selbst der Fahrer ist, sollte er
am besten auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Aufgrund der guten
Sichtbedingungen fällt es dem Gehirn hier am leichtesten, subjektives
Fahrempfinden und Augenbewegungen in Einklang zu bringen.
- Schnelle Kurvenfahrten und ruckartige Bewegungen sollten vermieden
werden, da sie die Probleme verschärfen. - Viel Frischluft und
häufige Fahrtpausen lindern die Beschwerden.
- Die üblichen Medikamente gegen Reisekrankheit müssen am Abend
vor Reiseantritt eingenommen werden. Da sie etliche Nebenwirkungen
haben, sollten sie nur in Extremfällen zur Anwendung kommen. Viele
weitere Beiträge zu den Themen Auto
und Reise gibt es bei www.auto-reise-welt.de.
Jürgen Reschke
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