Die Erzgebirgische Volkskunst / Erzgebirgskunst geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Ursprünge liegen bei den Bergleuten, die nach anstrengenden Schichten unter Tage in der Holzarbeit einen Ausgleich fanden. Aus diesen Anfängen sind im Laufe der Zeit die Erzgebirge Nussknacker Weihnachtspyramiden, Räuchermänner und Schwibbogen hervorgegangen. Aber auch andere kleine Figuren und Miniaturen (z.B. Engel und Baumbehang) und Spieldosen aus Holz sind beliebte Holzkunstobjekte aus dem Erzgebirge.Weltweit am meisten verbreitet sind sicherlich die Nussknacker und die Schwibbogen. Sie sind geradezu ein Markenzeichen des Erzgebirges geworden.
Bereits seit der Antike kennt man Nussknacker zum Knacker von Nüssen. Vermutlich wurden sie zuerst vom Griechen Aristoteles entwickelt. Aber auch schon in der Antike gab es rein dekorative Nussknacker. Dies belegen Grabfunde. Die dekorativen Nussknacker aus Holz werden erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt. Leonardo Da Vinci beschäftigte sich sogar vorübergehend mit der Entwicklung einer Maschine, die Nussknacker produzieren sollte. Aber erst im 18. Jahrhundert begannen die Nussknacker ihren Siegeszug. Im Erzgebirge stellte man zu Beginn des 19. Jahrhunderts meist Soldaten, Gendarme und Könige her. Aber auch Karikaturen der Herrschenden (Napoleon, Bismarck) wurden teilweise als Motiv für Nussknacker verwendet. Die Nussknacker waren anfangs als Spielzeug für Kinder gedacht, aber schon bald wurden sie auch zu beliebten Sammelobjekten der Erwachsenen.
Der Erzgebirgische Schwibbogen hat seinen Ursprung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zunächst wurden sie aus Schmiedeeisen gefertigt, wobei heutzutage primär Holz als Material verwendet wird. Die meisten frühen Funde stammen aus der Gegend um Johanngeorgenstadt / Erzgebirge. Den allerersten Schwibbogen schreibt man dem Schmied Johann Teller zu. In den Museen im Erzgebirge kann man teilweise noch Schwibbögen aus dieser Zeit bewundern. Diese frühen Exemplare unterscheiden sich teilweise erheblich voneinander, jedoch haben sie alle immer eine ungerade Kerzenanzahl. Dadurch befand sich immer eine Kerze genau in der Mitte des Bogens.